Manoka – Dekolonisierender Erinnerungsort in Köln-Nippes

2026

Im „Afrikaviertel“ in Köln-Nippes soll ein dekolonisierender Erinnerungsort entstehen, der die koloniale Vergangenheit des Viertels sichtbar macht und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit ihr einlädt. Die Initiative engagierter Bürger*innen setzt sich dafür ein, die Geschichte des deutschen Kolonialismus in Afrika im öffentlichen Raum differenziert zu vermitteln und koloniale Kontinuitäten bis in die Gegenwart sichtbar zu machen.

Die Straßennamen des „Afrikaviertels“ wurden in den 1930er-Jahren im Zusammenhang mit nationalsozialistischen Bestrebungen zur Rückgewinnung der ehemaligen deutschen Kolonien vergeben. Der geplante Erinnerungsort setzt dieser kolonial geprägten Erinnerung eine neue Perspektive entgegen: Im Mittelpunkt stehen nicht die ehemaligen Kolonialherren, sondern der Widerstand der kolonisierten Bevölkerung und die Opfer kolonialer Gewalt.

Die geplante Skulptur von Fabien Diffe Kamga erinnert an Rudolf und Emily Duala Manga Bell aus Kamerun, das damals zum Deutschen Reich gehörte. Rudolf Manga Bell, Oberhaupt der Duala, widersetzte sich der deutschen Kolonialherrschaft und insbesondere der geplanten Enteignung der Duala. Nach einem kolonialen Gerichtsverfahren wurde er 1914 wegen angeblichen Hochverrats zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Der Erinnerungsort soll an Manga Bells Widerstand erinnern, die Perspektiven der von Kolonialismus Betroffenen sichtbar machen und Besucher*innen dazu anregen, sich mit der Geschichte des deutschen Kolonialismus und seinen Folgen bis in die Gegenwart auseinanderzusetzen.

Manoka ist eine Insel in Douala (Kamerun). Auf der Insel befindet sich ein ehemaliges deutsches Gefängnis aus der Kolonialzeit. Rudolf Duala Manga Bell wurde dort vor seiner Hinrichtung im Jahr 1914 inhaftiert. Die Gefängnisruine existiert bis heute als Zeugnis der brutalen Kolonialgeschichte.

Geplant ist eine verkleinerte (ca. 1:30) und abstrahierte Darstellung der Ruine des von den Deutschen errichteten Gefängnisses in Kamerun. Das Werk wird aus Beton, Stein, Keramik und Stahl gefertigt.

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Kontakt

Logo: Silhouette einer Person mit Text: „Jutta Vogel Stiftung, Kulturerhalt in den Wüsten Afrikas“

Jutta Vogel Stiftung

Prof. Michael Bollig
Institut für Sozial- und Kulturanthropologie
Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

E-Mail: info@jutta-vogel-stiftung.de

Tel.: +49 (0)221 470 76647